Eingewachsener Zehennagel & Eingewachsener Zehennagel vermeiden

Eingewachsener Zehennagel - welcher Arzt?

Eingewachsener Zehennagel - wie kann das sein?

Betroffene merken schnell selbst, dass sie von einem eingewachsenen Zehennagel geplagt werden. Sie haben Schmerzen beim Laufen und oft auch bei leichter Berührung. Durch den dauerhaften Druck auf der Haut entsteht bei einem eingewachsenen Zehennagel eine Entzündung. Das Gewebe wird stärker durchblutet und schwillt an. Die Stelle fühlt sich heiß an, ist Berührungs- und Druckempfindlich. In Folge der ständigen Reibung können Bakterien schneller eindringen, wodurch die Wunde blutet, nässt oder sogar zu eitern beginnt. Das kann gerade wenn Bakterien im Spiel sind, mit einem unangenehmen Geruch einhergehen. Es bildet sich meist sogenanntes "wildes Fleisch", das wegen seiner Struktur auch Granulationsgewebe genannt wird. Dieses hat eine körnige Oberfläche und überwuchert dann beim Abheilen den Nagel. Einfache Alltagsaufgaben wie das Schuhe anziehen können zur Plage werden. Selbst eine leichte Decke oder das Tragen von Socken fühlt sich unangenehm an. Am häufigsten ist bei eingewachsenen Nägeln der große Zeh betroffen. Seltener findet man sie an den restlichen Zehen oder gar an den Fingern.

Aber wie kann so etwas überhaupt passieren? Gerade Frauen tragen häufig zu enges Schuhwerk. Die Zehen werden unnötigem Druck ausgesetzt, weswegen der Nagel irgendwann beginnt, sich allmählich in die seitliche Haut einzugraben. Starkes Schwitzen weicht zusätzlich die Haut um den Nagel herum auf und begünstigt das Einwachsen. Auch ein falscher Schnitt des Zehennagels führt dazu, dass er nicht richtig herauswächst und sich in die Haut schiebt. Die Form deines Nagels kann jedoch auch einfach in der Familie liegen. Oft sind dann auch mehrere Familienmitglieder von diesem Symptom betroffen. Denn die angeborene Form des Nagels beeinflusst das Risiko des Einwachsens. Anders herum kann sich die Form auch durch eine Krankheit wie zum Beispiel Diabetes Mellitus verändern.

Eingewachsener Zehennagel - was tun?

Oft fällt einem der Gang zum Arzt bei einem eingewachsenen Zehennagel schwer. Vielen Menschen ist es unangenehm, wenn es um die eigenen Füße geht. Nicht selten hört man auch von anderen, dass der Zehennagel sofort gezogen werden musste. Panik macht sich breit und du bekommst Angst vor einer möglichen OP. Ist bei den Suchmaschinen doch alles einfacher und anonymer. Also schnell mal den Suchbegriff: " Hausmittel eingewachsener Zehennagel" eingeben. Da wird sich schon das Passende finden und siehe da! Du wirst regelrecht mit Tipps und Tricks überschwemmt. Vorsicht! nicht alles ist empfehlenswert und für dich und deinen Zehennagel geeignet. Gerade, wenn eine Krankheit die Ursache ist, ist eine Abklärung sehr wichtig. Aber keine Panik, was man nämlich neben den Horrorgeschichten des Nagelziehens nicht erzählt bekommt ist, dass es auch viele konservative Methoden gibt, um deinen Nagel zu formen und dir Linderung zu verschaffen. Es muss vielleicht nicht immer direkt der Gang zum Arzt sein. Jedoch ist es empfehlenswert, sich bei einem Experten zu informieren. Auch eine medizinische Fußpflege (Podologe/Podologin) kann dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Eingewachsener Zehennagel - Salbe und Hausmittel?

Sollte dir dein eingewachsener Zehennagel nur leichte Beschwerden bereiten und die Problematik nicht dauerhaft bestehen oder immer wiederkehrend sein, kannst du deine Füße zehn bis zwanzig Minuten in ein Seifenbad einweichen. Die Zugabe anderer Hausmittelchen ist nicht erforderlich. Das Bad bewirkt, dass du die Haut im Anschluss vom Nagel etwas wegschieben und die betroffene Stelle besser versorgen kannst. Vorab jedoch bitte die Füße gründlich und mit Bedacht trocknen und später auch nicht direkt wieder mit der aufgeweichten Haut ins Schuhwerk gehen. Damit würdest du dann erneut begünstigen, dass sich der Nagel in die Haut graben kann. Auf die betroffene Stelle trägst du nun ein antiseptisches und entzündungshemmendes Mittel auf. Das Motto hierbei ist: viel hilft nicht immer viel, denn auch Tinkturen oder Salben können die Haut zu sehr aufweichen. Übe bitte keinen Druck auf die Nagelplatte aus. Jetzt hast du dir erst einmal Linderung verschafft, Ziel ist jedoch, dass der Nagel nicht wieder einwächst.

Achte hierfür bitte darauf, dass du keine zu straffen Socken trägst und wähle keine zu engen Schuhe, die deine Zehen zusammendrücken könnten. Solltest du zum Schwitzen neigen, greife auf atmungsaktives Schuhwerk zurück und trage deine Schuhe möglichst nicht dauerhaft. Oft kürzen die betroffenen Personen den Nagel auch falsch. Sie denken, wenn sie ihn oval und so kurz wie möglich halten, dass der Nagel nicht einwächst. Leider begünstigt diese Form nur, dass sich links und rechts der Nagel beim Rauswachsen wieder in die Haut schieben kann. Zehennägel, die zum Einwachsen neigen, sollten daher eine square Form haben und nicht kürzer als kuppenbündig sein. So können die Ecken nicht einwachsen. In Drogerien und Apotheken gibt es mittlerweile auch Hilfsmittel, die den Nagel abspreizen und so eine Berührung mit umliegender Nagelhaut verhindern. Je nach Ausganslage ist dies jedoch ein langwieriger Prozess und bei Falschanwendung oder frühzeitigem Abbruch nicht Zielführend. Aus diesem Grund wäre es Hilfreich, hier einen Podologen/ eine Podologin zu Rate zu ziehen.

Zehennagel eingewachsen

Wie wird ein eingewachsener Zehennagel behandelt?

Die Art der Behandlung richtet sich nach der Stärke deiner Beschwerden. Früh erkannt reicht oft eine konservative Methode völlig aus. Diese kann auch der/die Podologe/ Podologin bei dir durchführen. Konservative Methoden haben meist keine bis geringe Nebenwirkungen, sind jedoch sehr langwierig bis ein bleibender Erfolg zu verzeichnen ist. Oft ist eine Behandlung von mehreren Monaten vonnöten. Der Grund dafür ist das Wachstum der Nägel. Solche Methoden sind oft darauf ausgelegt, dass der Nagel von unten heraus in seiner Form so nachwächst, dass er sich nicht mehr in die umliegende Haut gräbt. Dies kann durchaus sechs bis zwölf Monate dauern, bis der Punkt erreicht wurde. Außerdem wird die Hornhaut entfernt und das wuchernde wilde Fleisch behandelt.

Der Podologe entscheidet, nachdem er sich ein Urteil über den Zustand des Zehennagels gebildet hat, welche Methode die sinnvollste ist. Es stehen ihm hier mehrere Anwendungen zur Verfügung. Eine ist die Behandlung mit einem Kompressestreifen. Hier wird der Nagelrand an den Seiten geringfügig angehoben und ein Kompressestreifen zwischen Nagel und Haut gelegt. Dies sollte sofortige Linderung deiner Beschwerden schaffen. Die zweite Methode ist ein Zugverband. Hier werden Pflaster an den Seiten der Nagelhaut befestigt und diese dann so gestrafft, dass sie genug Abstand zum Nagel hat. Auch können sogenannte Kunststoffschienen zum Einsatz kommen. Sie sehen röhrenförmig aus mit einer durchgängigen Öffnung. Die Schienen werden links und rechts über den Nagelrand geschoben und erzeugen so einen Abstand von Nagelhaut zum Nagel. All diese Methoden müssen über den angegebenen Zeitraum immer wieder neu fixiert und nachgebessert werden. Eine weitere Methode ist das Anbringen einer Nagelspange. Diese kann aus Plastik oder Metall sein. Sie wird auf den Nagel aufgelegt und entweder an den Seiten eingehakt oder festgeklebt. Sie übt eine leichte Spannung aus und hebelt den Nagel an den Seiten etwas nach oben.

Eingewachsener Zehennagel - OP?

Wenn du starke Beschwerden mit einer Entzündung hast und deine Wunde womöglich blutet oder sogar eitert oder die vorherig beschriebenen Maßnahmen keine Wirkung gezeigt haben, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Erste Anlaufstelle ist in der Regel dein Hausarzt. Dieser überweist dich je nach Krankheitsbild an einen Hautarzt oder Fußchirurgen. Bei einem nötgen Eingtriff reicht in der Regel eine örtliche Betäubung aus. Jedoch solltest du nicht vergessen, dass es sich um eine Operation handelt und diese gewisse Risiken mitsichbringen kann. Oft entscheidet sich der Arzt für eine sogenannte Drittel Sektion. Dabei wird ein Drittel deines Zehennagels und der entzündete Gewebeteil an deinem Zeh entfernt. Je nachdem wie das Wundbild ist, wird dann die Haut entweder an den Rest des Nagels vernäht oder die Wunde offen gelassen, damit eventuelle Flüssigkeiten ablaufen können und die Heilung einer Entzündung begünstigt wird. Ist dein Nagel an beiden Seiten entzündet, kann es auch vorkommen, dass dieser komplett gezogen wird.
 Eine Operation soll verhindern, dass der Nagel nicht irgendwann wieder einwachsen kann. Wächst er jedoch schon stark röhrenförmig aus der Nagelmatrix heraus und wiederholt in die Haut, muss auch die Matrix bearbeitet werden. Die Form der Matrix ist meist angeboren oder auf ein früheres Trauma (Verletzung der Matrix) zurückzuführen. Die Zellen der Matrix sorgen dafür, dass der Nagel wächst und die Matrix selbst bestimmt, welche Form dein Nagel im Endeffekt hat. In dem man im wahrsten Sinne des Wortes das Problem an der Wurzel packt, wird versucht, den Teil der Matrix zu entfernen, der für das Einwachsen verantwortlich ist.

Die Methoden dafür sind entweder das Herauskratzen oder -schneiden. Auch das Verätzen mit einer Flüssigkeit, Lasern oder Verdampfen mit Hitze wird praktiziert. In Folge der Veränderung der Matrix, wächst der Nagel dann später schmaler nach und hat mehr Abstand zur umliegenden Haut. Nach einer Operation und der Verödung der Matrix hast du die besten Chancen, dass der Nagel nicht wieder einwächst. Allerdings hat jeder noch so kleine Eingriff seine Risiken und diese gilt es sorgfältig abzuwägen. Oft ist das allerdings auch die letze Maßnahme, die ergriffen wird. Direkt nach der Operation gilt natürlich den Fuß hochzulegen, zu schonen und die Nachsorge einzuhalten. Im späteren Verlauf kannst du durch das richtige Schneiden des Nagels und passendes Schuhwerk einem erneuten Einwachsen entgegenwirken.

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